Märchen und Psychologie

Märchen und Psychologie

Spannend waren Märchen schon immer – nicht nur für Zuhörer, sondern auch für die Psychologie. Aus deren Perspektive bilden die Märchen psych. Aspekte und Prozesse ab, die von den Hauptfiguren verkörpert werden und in welchen es um das Gelingen des Lebens geht. Märchen erzählen ihre Geschichte in einer Bildersprache. Symbolik und Bildersprache werden mit Hilfe der Psychologie entschlüsselt. Ein – wie ich finde – ein sehr spannendes Thema: Die  Protagonisten im Märchen fungieren als Archetypen und haben somit symbolischen Charakter für allgemein gültige Lebens- und Wandlungsprozesse.

Die Probleme entstehen aus psychologischer Sicht im Märchens dadurch, dass das Leben einseitig gelebt wird und  wichtige, anstehende Lebensmöglichkeiten nicht ins bisherige Leben einbezogen wurden oder bestimmte Aspekte einfach verdrängt wurden.

Die Aufgabe eines Protagonisten im Märchen ist es, das Verdrängte oder die neuen Konstellationen , die das Leben verändern, ins Leben zu holen. So geht der Protagonist stellvertretend durch einen Prozess der Wandlung. Die Märchenfiguren stehen also exemplarisch für Menschen, die sich immer wieder auf notwendige Wandlung einlassen können, die immer wieder einen Aufbruch wagen, ohne dabei ihre kontinuierliche Identität zu verlieren.  Es geht in Märchen um Familienkonstellationen, aber auch um Ablösungs- und Reifeprozesse von Menschen auf dem Weg ihrer Selbstfindung.